Danach war ich in ein tiefes Loch gefallen.

Wie du dich nach einem Tief wieder aufrappelst.

Mein Klient, ein Teamleiter, nannte mir ein klares Ziel für das Coaching: „Ich möchte selbstbewusster auftreten.“ Gemeinsam erarbeiteten wir, was selbstbewusstes Auftreten für ihn bedeutet – auf der Ebene des denkens, fühlens und verhaltens. Er nahm sich sogleich folgendes vor: „In Teamsitzungen das Gespräch enger lenken und den roten Faden halten.“ Warum? Weil bisher oft andere das Ruder übernahmen, zwei Leute sich in Diskussionen verlohren und die Sitzungen endlos und zäh wurden.

Doch nach dem ersten Versuch saß er frustriert vor mir: „Das hat überhaupt nicht funktioniert. Die zwei sind wieder aneinander geraten und die Sitzung war wieder viel zu lang.“

Er war in ein emotionales Loch gefallen – und das kennt wohl jede:r von uns, die bzw. der mal etwas Neues gewagt hat.

Warum wir machmal in ein Tief / Loch fallen

Wenn wir etwas machen, was uns mental (und sozial) herausfordert, uns aus der Komfortzone holt, kostet das viel Energie. So wie es möglich ist, sich beim Sport zu fordern und dann zu überfordern, kann eine „Verausgabung“ auch auf der mentalen Ebene passieren. Und zwar dann, wenn wir uns auf ein Terrain begeben, welches für uns neu ist, bei dem wir uns anders geben oder verhalten wollen (oder müssen) als wir es normalerweise tun. Wir müssen also raus aus der Komfortzone, rein in die Lernzone. .

Und genau das ist ja Inhalt eines Business-Coachings: sich persönlich und im beruflichen Kontext weiter zu entwickeln. Neue Wege ausprobieren, zu gehen, zu etablieren. Sich anders zu verhalten, als bisher. Anders zu denken, als bisher. Anders zu reagieren als bisher. Seine Businesspersönlichkeit zu erweitern und zu flexibilisieren. Die Kommunikation zu Zweit oder im Team zu verbessern und die Zusammenarbeit und Prozesse im Team oder der Organisation zu optimieren.

Coachees – allein, zu zweit, im Team – nehmen sich also im Coaching freiwillig etwas Neues vor, wollen aus ihrer Komfortzone raus.

Doch manchmal landet man dabei erstmal im „Realm“ – so heißt im des mentalen Tiefs. Und das ist okay. Denn wer Neues lernt, stolpert auch mal.

Was uns aus einem emotionalen Tief wieder rausbringt

Idealerweise vermeiden wir solche Tiefschläge, indem wir im Business-Coaching die Entwicklungsschritte bewusst klein halten. Will jemand lernen, in Meetings klarer Position zu beziehen, fängt sie vielleicht erstmal im Gespräch mit einer Kollegin an, dann mit zwei – und erst später vor dem ganzen Team. Aber manchmal geht das nicht. Es würde zu lange dauern. Oder wie oben beschrieben: eine Teamsitzung zu leiten kann bei einemrede- und diskussionsfreudigen Team wie im Beispiel oben sehr anspruchsvoll und spontanes Reagieren erfordern.

Manchmal scheitern wir beim Versuch, Neues zu implementieren – auch jenseits eines Coachings. Beispielsweise wenn eine Reaktion nicht so ist, wie wir erwartet haben, oder wenn wir enttäuscht wurden. Dann fühlt es sich an, als hätten wir alles falsch gemacht.

Doch hier ist die gute Nachricht: Ein Tief gehört zum Leben – so wie ein Hoch, bei dem alles klappt. Es ist kein Zeichen von Blödheit oder Schwäche. Es ist ein Zeichen, sich weiter zu entwickeln. Und meistens braucht es nur drei Dinge, um wieder aus dem Loch rauszukommen: Zeit, Selbstfürsorge und Zuversicht.

Fünf Schritte, wie du wieder aus einem Tief rauskommst:

  1. Nimm wahr, was passiert ist: Was hat dich ins Loch gebracht? War es eine enttäuschte Erwartung? Eine (mental) überfordernde Situation?
  2. Beobachte deine Gedanken und Emotionen: Schreib sie auf – ob auf Papier oder im Handy. Das gibt Klarheit.
  3. Frag dich: Wozu ist dieses Tief gut? Ja, du hast richtig gelesen. Jedes Tief hat einen Nutzen. Vielleicht zeigt es dir, was du wirklich brauchst. Oder was du noch üben kannst.
  4. Überleg, was dir jetzt guttut: Ist es ein Spaziergang? Ein Gespräch? Ein Tag ohne Druck?
  5. Gib dir Zeit, tu dir was Gutes. – sie ist der Schlüssel, um wieder auf die Beine zu kommen.

Mein Tipp für dich: Wenn du etwas Neues ausprobierst – sei es im Job oder privat – und dann in ein Loch fällst: Das ist normal. Es gehört dazu. Und meistens ist das Loch gar nicht so tief, wie es sich anfühlt. Manchmal reicht es schon, die „Scheißtage in Glitzer zu tunken“ – und zu wissen, dass du nicht allein bist.

Du willst deine Businesspersönlichkeit erweitern, und sucht eine Sparingspartnerin dafür? Dann lass uns gemeinsam schauen, wie du neue Wege sicher ausprobieren kannst – ohne dich zu überfordern und mit einer anerkennenden Begleitung. Melde dich gerne für ein Coaching bei mir!

Claudia Seidel

Coaching Methode

  • : Was könnte passieren? Wie würdest du reagieren?
  • ORSCC™-Methode : Das Tief nicht als Problem, sondern als Teil des Prozesses betrachten.

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